Nach intensiven Gesprächen zwischen Jörg-Dieter Suhr und Paul-Gerhard Haselhorst, die sich bei Besuchen der Vortragsreihe „Länder und Menschen“ der Volkshochschule Ravensberg kennengelernt hatten, entstand die Idee, eine Fotogruppe zu gründen, die sich unabhängig von den laufenden Kursen als Forum für ambitionierte Amateurfotografinnen und – fotografen präsentiert, das aber auch für semiprofessionelle oder hauptberufliche Fotografen offen ist.
Diesen Vorschlag hat seinerzeit der Leiter der VHS Ravensberg, Herr Dr. Josef Klocke gerne aufgenommen und unterstützt. Und so fand unter dem Titel „Fotoclub der VHS Ravensberg“ und der Leitung von Paul-Gerhard Haselhorst das erste Treffen am 30.09.1981 in der damaligen Geschäftsstelle der VHS Ravensberg, Kaiserstr. 23 in Halle/Westf. statt, zu dem etwa  20 interessierte Damen und Herren aller Altersgruppen erschienen waren .Doch schon bald wurde der Gruppenraum in der Geschäftsstelle der VHS Ravensberg für die geplanten Aktivitäten zu klein, und so zogen wir in die gerade frisch renovierte Scheune auf Beckmanns Hof um. 1988 bot sich die Gelegenheit, in der Remise des Bürgerzentrums der Stadt Halle/Westf. einen Raum für unsere regelmäßigen Treffen und Studiofotografie zu nutzen.
Bereits nach einem Jahr nach der Gründung fand 1982 unter dem Titel „Architektur“ in der kleinen Galerie der VHS Ravensberg die erste gemeinsame Ausstellung statt, der bis zum Jahr 2024 weitere dreiundzwanzig an anderen Orten, wie der Galerie in der Remise, der Städtischen Galerie in der Alten Lederfabrik, Halle/Westf., dem Storck-Haus sowie im Haus Werther, dem Kreishaus in Gütersloh, der Kreisparkasse Halle/Westf. und der Galerie im Lukas-Krankenhaus in Bünde folgten. Außerdem haben zehn Gruppenmitglieder bisher sechzehn Einzelausstellungen gezeigt.
In den hohen Besucherzahlen spiegelt sich der Bekanntheitsgrad in der Region OWL und darüber hinaus wider.
Um die Marke „Fotoclub der VHS Ravensberg“ weiter zu stärken, haben wir uns 1994 den Namen „- augenblick – fotogruppe vhs ravensberg“ gegeben und dazu ein Logo entwickelt, das die Doppeldeutigkeit des Begriffes – augenblick – symbolisiert. Immer mal wieder über den Tellerrand zu schauen und sich von Eindrücken aus anderen Regionen, Städten, Ländern und deren Kulturen inspirieren zu lassen, gehört ebenfalls zu unseren Gepflogenheiten, wie die Reisen zu den Museen und Kunsthallen in Deutschland, die hochkarätige Werke namhafter Fotografinnen und Fotografen ausstellen. Auch die Les Rencontres de la Photographie im südfranzösischen Arles sowie das Event Paris Photo im Mutterland der Fotografie haben wir mehrfach besucht. Bei allen gemeinsamen Unternehmungen steht selbstverständlich darüber hinaus das eigene ausgiebige Fotografieren auf dem Programm. Auch das leibliche Wohl und die Geselligkeit kommen dabei nicht zu kurz.Â
In den 1980er und 1990er Jahren haben wir uns naturgemäß ausschließlich mit der analogen Fotografie befasst und alle gängigen Filmarten im Kleinbild-, Mittelformat und Großbildformat bis 8“ x 10“ belichtet. Einige von uns verfügten auch über ein Fotolabor, in denen man Filme entwickelt und Bilder auf feinsten Papieren vergrößert hat.
Einer der Höhepunkte war die von uns im Jahr 1995 organisierte Ausstellung „Küstenklänge“ des renommierten S/W-Fotografen Andreas Weidner BFF, DGPh verbunden mit zwei Workshops zu den Themen Negativ- und Positiventwicklung.
Anfang der 2000er Jahre trat dann die digitale Fotografie ihren Siegeszug an, dem wir nach und nach folgten. Ein Gruppenmitglied fotografiert allerdings bis heute mit einer 8“ x 10“ Großbildkamera, und zwar ausschließlich auf Schwarz/Weiß-Negativmaterial.
Bedingt durch die Digitalfotografie hat sich auch die Art der Bildpräsentation geändert. Früher erfolgten die Bildvorlagen meistens als Papierbild oder als Diaprojektion.
Heute projizieren wir unsere Bilddateien mit einem Beamer auf eine Leinwand im Format 2m x 2m, was aber die galeriemäßige Präsentation von Aufsichtsbildern nicht ausschließt, die oft zu längeren und intensiveren Diskussionen anregt.
Am 29.10.2006 feierten wir das 25-jährige Jubiläum mit einer großen Ausstellung auf der Galerie und im großen Saal in der Remise des Bürgerzentrums sowie mit digitalen Bildvorführungen in unserem Gruppenraum und dem Schinkenhaus des Bürgerzentrums, in dem die zahlreichen Besucherinnen und Besucher auch ein Fotoshooting mit einem Modell live mitverfolgen konnten.
Anfang des Jahres 2016 wurde die Fotogruppe -augenblick- von der Neuen Westfälischen Zeitung für die hervorragenden Leistungen für das Kulturleben in Ostwestfalen-Lippe mit dem Stern des Jahres 2015 ausgezeichnet. Nach einer längeren Vorlaufzeit hat Paul-Gerhard Haselhorst im Januar 2018 die Geschicke der Fotogruppe in die Hände des langjährigen Mitgliedes Marc Suchy gelegt, der von einem Team weiterer Gruppenmitglieder unterstützt wurde.
Bedingt durch die Corona-Pandemie waren das Jahr 2020 und die folgenden besonders herausfordernd. Aber durch den Gemeinschaftsgeist der Gruppe und die Tatkraft des Leitungsteams konnten weiterhin Gruppenabende stattfinden, wenn zunächst auch nur in Form von online-Sitzungen. Als sich die Situation entspannte, haben wir auf die Treffen im Hybrid-Verfahren durchgeführt, aber seit 2022 wieder in Präsenz.
Es freut uns sehr, dass wir trotz der Umbrüche und menschlichen Verlusten der breiten Öffentlichkeit im Jahr 2024 wieder eine Werkschau zeigen und neue Mitglieder gewinnen konnten. Im selben Jahr hat Herr Dr. Hans-Christian Raths die Leitung der Fotogruppe -augenblick- übernommen, der 2022 zu uns gekommen ist.
Für die langjährige Unterstützung unserer Arbeit durch die VHS Ravensberg sowie der Stadt Halle/Westf. danken wir sehr herzlich.
PGH / 01.08.2025
